Wir alle kennen sie: Politiker, die unterhalb ihrer intellektuellen Kapazität agieren und für ein Problem nur eine Lösung kennen: Mehr Geld und höhere Ausgaben.
Aus Sicht der Politiker eine elegante Lösung: Man kann sich mit einer “Heilung” für ein Problem profilieren, ohne später mit den Nebenwirkungen konfrontiert zu werden. Der geplante massive Schuldenaufbau, sofern nicht noch rechtzeitig gestoppt, wird zu zahlreichen Nebenwirkungen führen.
Viel komplexer, zumindest für einen Teil der Aktuere, ist die Alternative: Die Probleme frühzeitig an der Wurzel packen und lösen. Das ist anstrengend und oft mit Widerstand verbunden.
Die Frage, ob man unsere Bundeswehr mit mehr Geld, oder schlicht mit mehr Kompetenz verbessern kann, lässt sich anhand eines einfachen Vergleiches klären. Zwei Länder, Deutschland und Israel, haben etwa rund 180.000 Soldaten. Welches Land wird wohl mehr Geld für Verteidigung ausgeben? Die Antwort: Deutschland gibt jährlich doppelt soviel Geld für Verteidigung aus wie Israel.
Unsere Schreibtischarmee: Regulierung und Inkompetenz bis zur Kapitulation
Während Deutschland nicht einmal im Ansatz verteidigungsfähig ist, schafft es Israel mit halb so hohen Militärausgaben, umzingelt von feindlich gesinnten Ländern, sich in der Region zu behaupten. Es liegt auf der Hand, das mehr Geld die Lage bei der Bundeswehr nur marginal verbessern wird – vielmehr bedarf es tiefgreifender Strukturverbesserungen.
Wie sollte es auch anders sein, versickert der größte Teil des Budgets (über 60%) in der Verwaltung und Instandhaltung. Letztere ist massiv überteuert, weil uralte Technik aufwändig gewartet werden muss. Israel wendet zwischen 70-80% des Budgets für die Streitkräfte auf – das Geld wird schlichtweg effizienter ausgegeben.
Die Kompetenz des mit über 11.000 Mitarbeitern besetzten Beschaffungsamtes der Bundeswehr (BAAINBw) sowie über 80.000 zivile Mitarbeiter tun ihr übriges. Wir leisten uns, salopp formuliert, eine Schreibtisch-Armee, die sich permanent neue Regularien ausdenkt und unserer Truppe Steine in den Weg legt – lediglich die Spitze des Eisberges dürfte dabei die berühmte Uniform für schwangere Soldatinnen darstellen.
Damit kein Eindruck von Untätigkeit entsteht, beschäftigen sich die zahlreichen Mitarbeiter mit der Verzögerung und Verkomplizierung der Beschaffung wichtiger Materialen für die Truppe.
Digitale, abhörsichere Funkgeräte gibt es bis heute nicht überall – stattdessen hat man zuletzt noch Technik aus den 80ern besorgt.
Meldungen, dass Soldaten auf eigene Kosten Ausrüstung anschaffen, sind nicht selten. Wo es nicht anders geht, behilft man sich bei NATO-Übungen auch einfach eines Besens, statt eines Maschinengewehrs.
Wir haben kein Geld-, sondern ein Effizienzproblem
Wenn nun Politiker höhere Ausgaben für die Bundeswehr fordern, bedeutet das letztlich nur eine Zementierung des Status quo und damit eine Verschlimmbesserung der Situation. Solange keine radikalen Schritte unternommen werden um die Effizienz unserer Verteidigungsausgaben zu erhöhen, manifestiert sich die Verschwendung der Mittel nur noch weiter.
Die vergangenen Regierung waren stets glänzend darin, sich mit erhobenen Zeigefinger anderen Ländern gegenüber aufzuspielen und ein vermeintliches Vorbild sein zu wollen. Nicht nur in Sachen Verteidigung sollte Deutschland einmal demütig sein und sich von anderen Ländern inspirieren lassen, wie man es besser macht.
Unsere Soldaten haben besseres verdient!